Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Faktenverleugnung und Vertuschungen zu homosexuellen Missbrauchsklerikern
  2. Franziskus bei Pressekonferenz: Tod von Benedikt XVI. wurde instrumentalisiert
  3. Auf dem Weg zur Kirchenspaltung
  4. Sex statt Jesus - Öffnet das Bistum Limburg die Tore für Missbrauch?
  5. Das „ZdK“ und die Macht in der Kirche
  6. Wie sich der österreichische 'Familienbischof' Glettler erneut an die Gay-Bewegung anbiedert
  7. Gott schütze ÖSTERREICH - Gott schütze WIEN - Wird Glettler neuer Erzbischof von Wien?
  8. "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!"
  9. Polnische Delegierte in Prag: „Ich erwarte, dass wir klar darlegen, was die Kirche lehrt“
  10. Corona-Studie: Hat die Maskenpflicht gar nichts gebracht?
  11. ‚Satanische goldene Medusa’ – Pro-Abtreibungsstatue auf New Yorker Gerichtsgebäude
  12. Ein Löwe der Kirche!
  13. "Der Papst hat Recht, wenn er dem Synodalen Weg vorwirft, eine Elitenveranstaltung zu sein"
  14. Kirche kann auch ohne Kirchensteuer und ohne Beamtentum funktionieren
  15. Ein Menschenbild und eine Erziehung, die einem vorkommt, als stamme sie aus einem Horrorfilm!

Vom edlen Wein im gesprungenen Glas

6. Dezember 2022 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Was, wenn die Kirche kein Gespür mehr für ihren spirituellen Schatz Jesus Christus hat, sondern ihr gebrochenes Glas mit dem Allerwelts-Zuckerwasser von Tempolimit, Gender … füllen möchte?“ Gastkommentar des evangelischen Pfarrers Achijah Zorn


Köln (kath.net) Eine Feier nach letzter Prüfung an der Uni. Die Stimmung ist ausgelassen. Auch der Onkel vom neuen „Master-Meister“ ist da. Er hat zur Feier des Tages einen edlen Tropfen Wein mitgebracht. Ich bekomme das letzte Weinglas. Es hat einen Sprung; und oben eine Kerbe im Rand. Doch das macht mir nichts; ich bin da nicht so pingelig. Ich will auch feierlich mitanstoßen. Und das Glas erfüllt noch seinen Zweck.

Das erinnert mich an meine Kirche. Sie ist wie das alte Weinglas, das von manchen Rissen und Kerben gezeichnet ist:

  • Schuld und Versagen in der 2000-jährigen Kirchengeschichte.
  • In der Gegenwart der Missbrauchsskandal.
  • Die Impf-Apartheidsgottesdienste.
  • Die neukirchliche Klimaideologie: „Die Klimafrage muss zutiefst unser aller Anliegen sein. Sie gehört in die Mitte (!) unserer Gesellschaft, unserer Kirche (!) und unserer Gottesdienste (!)“ (so die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus).

Ist das alte gebrochene Weinglas Kirche noch brauchbar, den kostbaren Inhalt von Jesus Christus weiterzugeben? Die Adventszeit steht für die „Ankunft“ der frohen Botschaft: Die Welt ginge verloren ohne die Hoffnung, ohne die Vergebung, ohne den Trost, ohne die Geborgenheit, die Christus schenkt als ausgestreckte Hand Gottes zu den Menschen.

Doch hat die Kirche mittlerweile so viele und große Risse bekommen, dass sie diesen edlen Tropfen nicht mehr ausschenken kann?


Der Missbrauchsskandal ist in seiner Fülle und in jedem Einzelfall unerträglich. Kranke und kriminelle Täter sind oft genug von der Kircheninstitution gedeckt und damit in ihren Schandtaten gefördert worden.

Doch zumindest hat die Kirche diesen Riss erkannt. Und sie versucht, diesen Riss abzudichten. Kirche bittet um Vergebung. Opfer werden entschädigt, hoffentlich großzügig genug. Tausende ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter werden psychologisch präventiv geschult. Vieles bleibt menschlich-allzumenschlich.

Und doch ist dieser Weg der offenen Schuldaufarbeitung ein verheißungsvoller Weg.
Kann der Riss der Missbrauchsskandale beseitigt werden? Nein. Niemals. Aber er kann hoffentlich so gekittet werden, dass an dieser Stelle der heilsame edle Wein Jesus Christus nicht verlorengeht und vielleicht sogar mit seiner erneuernden Kraft gerade in diesen tiefen Wunden wirksam werden kann.

Was aber, wenn es Risse im Weinglas gibt, die die Kirche gar nicht als solche erkennt? Auf der Frühjahrs-Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland stellt ein Synodaler einen Antrag. Er wollte, dass der alte Synodenbeschluss „Impfen ist Nächstenliebe“ neu überdacht wird. Logisch: Impfen ist eine medizinische Maßnahme, die zwischen Arzt und Patient individuell abgewogen werden muss; Impfen sollte darum nicht auf kirchlichen Synoden in medizinischer Anmaßung als quasireligiöser Akt hochgejazzt werden. Doch der Synodale hatte mit seinem Rücknahme-Antrag keine Chance: Er wurde abgeschmettert nach dem Motto, es lohne sich nicht, mit Leuten zu sprechen, die die Erde für eine Scheibe hielten. Ende der Diskussion.

So werden Risse und Spannungen im Kirchenglas größer. Nichtwahrhabenwollen von eigenen Fehlentscheidungen ist selten eine heilsame Strategie.

Was ist mit Kirche, wenn sie die Risse in ihrem Glas verleugnet? Und wenn sie darüber hinaus kein Gespür mehr für ihren spirituellen Schatz Jesus Christus hat, sondern ihr gebrochenes Glas mit dem Allerwelts-Zuckerwasser von Tempolimit, Gender-Sprachverhunzung und No-Border-Illusion füllen möchte?

Ich gebe auf diese Frage folgende persönliche Antwort:

Die Bibel weiß um einen Riss, der durch alles auf dieser Welt geht; auch durch die Kirche. Darum erwarte ich von mir, von meinen Mitmenschen und auch von der Kirche keine Fehlerlosigkeit. Das ist befreiend und macht mich gelassener im Umgang mit Schwächen und Schuld.

Allerdings erwarte ich von der Kirche, dass sie in all ihrer Schuld und Fehlerhaftigkeit ein Zeigefinger auf ihren spirituellen Schatz ist: „Denn in Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Paulus im Kolosserbrief 2,9).

Ob die Risse im Weinglas Kirche mittlerweile schon so stark sind, dass das Glas für den edlen Tropfen unbrauchbar geworden ist, das muss jeder Christ selber aufgrund seiner Erfahrungen und in Verantwortung vor Gott entscheiden.  

In allem trägt mich ein festes Gottvertrauen: Gott wird immer wieder neue Wege finden, dass die frohe Botschaft auf Erden ankommt („Advent“). Und wenn die Amtskirchen an dieser Aufgabe versagen sollten, dann wird Gott Steine, Berge, Täler oder sogar das Internet befähigen, auf ihn hinzuweisen.

„O Heiland, reiß die Himmel auf.
Herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloß und Riegel für.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab vom Himmel fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus,
den König über Jakobs Haus.

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd.
Dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, hervor dies Blümlein bring,
o Heiland aus der Erden spring.“

(Adventslied von Friedrich Spee, 1622; Friedrich Spee ist auch bekannt durch seine Schrift „Buch über die Prozesse gegen Hexen“ 1631, mit der er den damaligen gesellschaftlich-kirchlichen Zeitgeistwahn der Hexenverfolgungen ad absurdum führte.)


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 lakota 8. Dezember 2022 
 

Danke für diesen Gastkommentar

Pfarrer Zorn hat hier mit dem Weinglas der Kirche und seinen Sprüngen ein schönes Gleichnis gebracht.
"Ist das alte gebrochene Weinglas Kirche noch brauchbar, den kostbaren Inhalt von Jesus Christus weiterzugeben?"
Das ist eine gute Frage!


0
 
 Jothekieker 6. Dezember 2022 
 

Vorbild DFB

Wohin es führt, wenn Funktionäre ihren Verband als Speerspitze der Gesellschaftspolitik sehen, hat der DFB in Katar eindrucksvoll bewiesen.

Unsere Bischöfe sollten sich mehr mit Fußball beschäftigen.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Franziskus bei Pressekonferenz: Tod von Benedikt XVI. wurde instrumentalisiert
  2. Auf dem Weg zur Kirchenspaltung
  3. Gott schütze ÖSTERREICH - Gott schütze WIEN - Wird Glettler neuer Erzbischof von Wien?
  4. Sex statt Jesus - Öffnet das Bistum Limburg die Tore für Missbrauch?
  5. Faktenverleugnung und Vertuschungen zu homosexuellen Missbrauchsklerikern
  6. Das „ZdK“ und die Macht in der Kirche
  7. Ein Menschenbild und eine Erziehung, die einem vorkommt, als stamme sie aus einem Horrorfilm!
  8. "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!"
  9. Erzbischof Chaput: „Tod von Ratzinger und Pell ist schwerer Verlust für die Kirche“
  10. Ein Löwe der Kirche!
  11. Wie sich der österreichische 'Familienbischof' Glettler erneut an die Gay-Bewegung anbiedert
  12. Cora Evans - Wird das Mormonenmädchen, dem Unsere Liebe Frau erschienen ist, seliggesprochen?
  13. Neue Untersuchungsberichte zu Missbrauchsskandal um Jean Vanier
  14. Der CDU-Integrationsexperte Ismail Tipi ist mit 64 Jahren gestorben
  15. Verwirrte "Klimasektierer" stören jetzt Hochzeitsmessen mit Kindersärgen

© 2023 kath.net | Impressum | Datenschutz