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Vatikan-Diplomat: "Warum haben wir den Geist von Helsinki verraten?"

4. Dezember 2022 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Erzbischof Gallagher mahnt vor OSZE zu Dialog zur Wiederherstellung des Friedens angesichts des Ukrainekrieges - "Nicht bei Verurteilung von Verbrechen stehenblieben".


Vatikanstadt/Lodz (kath.net/ KAP)

Vatikan-Außenminister Richard Gallagher hat vor der OSZE den "Geist von Helsinki" beschworen. Die friedenssichernde Rolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sei derzeit in Gefahr, sagte der Kurienerzbischof laut dem Portal Vatican News (Freitag) in seiner Rede beim OSZE-Gipfel im polnischen Lodz. "Dialog verlangt jeder Seite Opfer ab", so Gallagher. Auch wenn Dialog "weniger glorreich" wirke als zu kämpfen, seien dessen Resultate doch "um vieles besser für alle Beteiligten", da diese auf Konsens beruhten.

Die Staatenkonferenz zur Friedenssicherung spielte nach ihrer Gründung 1975 im finnischen Helsinki eine wichtige Rolle bei der Überwindung des Kalten Krieges, auch weil die Sowjetunion und inzwischen Russland zu ihr gehörten. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat von den polnischen Gastgebern des Gipfels in Lodz kein Visum erhalten; der russische OSZE-Botschafter nahm aber an dem Treffen teil. Russland blockiert die Arbeit von OSZE-Beobachtern in der Ukraine.


Der Vatikan-Vertreter erinnerte in seiner Rede an den Ukraine-Krieg; dieser wiege besonders schwer. Es gebe aber noch in einer Reihe weiterer OSZE-Mitgliedstaaten "ernsthafte Bedrohungen ihrer Sicherheit und Stabilität", sagte Gallagher und fragte: "Warum haben wir den Geist von Helsinki verraten?" Der Erzbischof räumte ein: "Wir alle müssen doch zugeben, dass unsere Untreue zu Helsinki lange vor dem Februar begonnen hat", mithin vor dem russischen Überfall auf die Ukraine.

Während des Kalten Krieges, so Gallagher, hätten sich "unsere Vorgänger in Helsinki trotz aller radikalen Unterschiede und der Unvereinbarkeit ihrer Systeme trotzdem an einen Tisch gesetzt und es geschafft, über Themen von gemeinsamem Interesse zu sprechen und um des Gemeinwohls willen Vereinbarungen einzugehen". Der Text des Helsinki-Schlussdokuments verpflichtete die Mächte, einschließlich der Sowjetunion und der USA, die Souveränität und die Menschenrechte gemäß den vereinbarten Grundsätzen zu garantieren, "ungeachtet der politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Systeme sowie der Größe, der geografischen Lage oder des wirtschaftlichen Entwicklungsstandes der Staaten".

Von diesem Weg sei die OSZE-Gemeinschaft abgekommen. "Je länger die internationale Gemeinschaft eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen verschiebt, desto mehr Glaubwürdigkeit wird sie verlieren", warnte der Vatikan-Diplomat. Man dürfe sich nicht damit abfinden, "dass das Recht des Stärkeren gilt", sagte er.

Man dürfe nicht "bei der Verurteilung von Verbrechen und der Anklage von Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts" stehenbleiben, so wichtig das auch sei, mahnte Gallagher; und weiter: "Als eine Organisation, der es um Zusammenarbeit und Sicherheit geht, sollten wir immer einen Schritt weitergehen mit dem Ziel, den Frieden wiederherzustellen".

Der Heilige Stuhl ruft, zuweilen zum Missfallen der Ukraine, immer wieder zu Gesprächen zwischen Moskau und Kiew auf. Zugleich zog sich Papst Franziskus unlängst durch die Bemerkung, Tschetschenen und andere nicht-russische Kämpfer aufseiten der russischen Armee gingen mit besonderer Grausamkeit gegen Ukrainer vor, auch Zorn des russischen Außenministeriums zu. Weiterhin bietet Franziskus beiden Seiten eine Vermittlerrolle des Vatikans an.

 

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Lesermeinungen

 Coburger 5. Dezember 2022 
 

Frieden nur im Geiste des Evangeliums

Den "Geist von Helsinki" kann man kaum wiederbeleben. Realistisch muß man sagen, daß die beiden Supermächte USA und UdSSR die jeweiligen Einflußsphären ein Stück weit respektiert hatten. Es ging ja um die Abwendung eines möglichen militärischen Konflikts mit Atomwaffen. Am Beispiel Polens und anderer Staaten kann man aber sehen, daß dieser "Geist von Helsinki" nicht wirklich befriedigend war, denn die große Mehrheit dort wollte weg von der Sowjetunion bzw. Rußland. Aufgrund der sog. historischen Erfahrungen, unterstützt Polen fast bedingungslos die heutige Ukraine.
Und was die Sowjetunion angeht: diese Abmachungen in Helsinki waren nur ein Atemholen im Hinblick auf die kommunistische Weltrevolution.
Der schwelende Konflikt zwischen Ost und West ist letzten Februar nach Jahrzehnten scheinbarer Ruhe offen ausgebrochen. Es geht dabei um unvereinbare Weltsichten, Ideologien und Machtansprüche.


1
 
 Karlmaria 5. Dezember 2022 

Die große Macht an der Tastatur

Verbunden mit keiner diplomatischer Erfahrung und bei Leuten die manchmal auch sonst in ihrem Beruf keine Erfahrung mit Macht haben. Und vor allem mit der großen Verantwortung die mit der Macht über andere auch zusammen hängt. Das gibt eine ungesunde Mischung die der eigenen Seele nicht gut tut. Weil das so sehr überhand genommen hat möchte ich da eindringlich warnen. Wo viele Worte gemacht werden geht es ohne Sünde nicht ab sagt die Bibel!


2
 
 Fischlein 5. Dezember 2022 
 

@Uwe Lay

Die vatikanische Diplomatie hat eine Jahrhundertelange Tradition. Die Erfahrung zeigt uns, dass diese unterschiedlich arbeitet.
Ich kann mich erinnern, dass Erzb. Casaroli vor Johannes Paul II die vatikanische Diplomatie anders geführt hat. Er hat mit den Kommunisten gesprochen, ohne dabei den Standpunkt der örtlichen Bischöfe zu respektieren. Er hatte seine eigene Idee. Erst der damals neue Papst hat ihm eine andere Vision gezeigt, die er dann übernommen hat. Ich muss - hoffentlich - nicht erklären, welche seiner Politiken erfolgreicher waren.
Eine ähnliche Situation erleben wir jetzt in Bezug auf China. Kard. Zen (und auch andere treue Bischöfe) sagt klar seine Meinung über die Folgen der vatikanischen Politik. Kard. Parolin will hoffentlich Gutes, Ergebnisse aber sehen anders Der Papst will das aber nicht sehen.


2
 
 Fischlein 5. Dezember 2022 
 

Die Gespräche hätten Sinn,

wenn Russland bereit wäre, eigene Unterschrift in die Tat umzusetzen.
Als die Sowjetunion zerfiel, hatte die Ukraine die Atombomben aus eigenem Gebiet an Russland übergeben. Dafür haben sich Russland und die USA verpflichtet, für die Unantastbarkeit der ukrainischen Grenze zu sorgen. Russland hat das gebrochen, ohne das auf den russischen Boden ein Schuss gefallen war. Jetzt muss die russische Staatsleitung eigenen Fehler zugeben und sich aus der UA zurückziehen. Zu verhandeln gehört das Thema Entschädigung der verurrachten Schäden.
So sehe ich die Gerechtigkeit.


2
 
 Everard 4. Dezember 2022 
 

@Äppler

eine sehr wichtige Klarstellung. Kann Ihren diesbezüglichen Standpunkt nur sekundieren!


3
 
 Uwe Lay 4. Dezember 2022 
 

Diplomatie wagen!

Nüchtern realistisch betrachtet ist Papst Franziskus als Theologe ein Unglück für die Kirche, aber als Kirchendiplomat zeigt er die Qualitäten der Kirche, die über mehr Erfahrung und Kenntnis des Diplomatischen verfügt als jeder weltlicher Staat.Wo jetzt im politischen Diskurs auf den Sieg der Waffen gesetzt wird, mahnt er überzeugend diplomatische Lösungen an.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


4
 

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